Zu viel Sonne auf der Schneekoppe
Tour mit Gudrun und Kerstin, T3+, 21,31 km, 657 m Aufstieg, 1127 m Abstieg, 11 1/4 h, Ausgangspunkt Spindlerpass (TU)
Wir wollten die Schneekoppe schnell erledigen. Also folgten wir dem gleichen Plan wie am Vortag, nämlich mit dem Bus bzw. diesmal dem Bustaxi hinauf zum Spindlerpass und zurück nach Spindlermühle. Hat auch ganz gut geklappt, außer dass wir am Abend nicht mehr viel Auswahl bei den Lokalen hatten. Wir haben es aber überlebt. Die lange Tourdauer hat auch damit zu tun, dass wir oben auf dem Gipfel sehr lange herumgeblödelt und gerastet haben und im Schlesierhaus nochmal einen Stopp einlegten.
Es war wieder ordentlich Betrieb, und das, obwohl Pfingstmontag in Tschechien kein Feiertag ist. Wie es in Polen ausschaut, müsste ich recherchieren und dafür ist es mir aktuell zu heiß. Genauso wie es eigentlich auf der Schneekoppe auch war. Denn Schatten gab es auf der gesamten Tour recht wenig. Gut für die Fotos, schlecht für meine Haut. Damit ist der Titel dieses Berichts erklärt. Vor allem, weil Gudrun und Kerstin beide Male auf einen Rastplatz in der Sonne bestanden und ich mal wieder nicht in der Lage war, um Schatten zu betteln, den es zumindest beim Schlesierhaus durchaus gegeben hätte. Und wenn ich nix sage, kann ich nicht erwarten, dass die beiden hellsehen, dass es mir zu heftig ist. Wenigstens hatte ich mein Kopftuch dran und wurde vom Hitzschlag verschont.
Allzu begeistert war ich vom Schlesierhaus sowieso nicht. Das polnische Personal hatte eine Stunde vor Feierabend wenig Lust, einer tschechisch sprechenden und mit Kronen bezahlenden Deutschen großartig zu helfen, was dazu führte, dass ich mich mit einem Milchkaffee begnügte. Naja, nicht nur deswegen, wir hatten ja oben am Gipfel unseren gesamten Proviant aufgegessen, und das war nicht wenig. Das ist ein extra Dankeschön an Lenka wert, die überhaupt nicht gemeckert hat, dass wir nicht nur für zehn Leute gefrühstückt, sondern auch noch jeden Tag etwas mitgenommen haben. Außerdem konnte ich mir oben am Gipfel im Postamt eine Gulaschsuppe reinziehen, die zwar nicht ganz so gut war wie beispielsweise im River, aber essbar. Nur das Bier war hell und aus der Dose, naja.
Aber genug gemeckert. Logischerweise hatte ich am Vorabend nach der Reserveakkupanne beide leeren Akkus aufgeladen, so dass es überhaupt keine Probleme dieser Art gab. Also wurde mit einem Tag Verspätung mein Rekord absolut pulverisiert. Nicht nur um 20 oder 30 Fotos. Vierhundertsiebenundfünfzig. 457!! Plus etliche Videos, deren genaue Zahl ich nicht mehr im Kopf habe, weil ich alle Videos aus dem Riesengebirge in einen Ordner zusammengespeichert habe. Und das sind über 50. Da ist es richtig schwierig, für diesen Bericht unter 75 Bilder zu kommen. Viel schwerer als alle sechs Touren des Urlaubs zusammen. Bevor ich damit zur Galerie überleite, noch ein kleiner Einwurf zum Schwierigkeitsgrad. Die T3+ bezieht sich auf die Wandquerung zwischen dem Aussichtspunkt Krakonoš und Svatý Petr, die ohne Sicherung sogar T4 wäre. Der Rest ist gut befestigt, damit forststraßenähnlich und für mich T1, man könnte aber teilweise sicher T3 sagen. Ende des Einwurfs, ab zur Galerie.
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