Bergpoesie einer Bergpoetin

Oder ist Waldpoesie einer Waldpoetin zutreffender?

Ruhetag? Dann halt Kurztour!

Tour mit Gudrun und Kerstin, T2, 11,35 km, 404 hm, 6 1/4 h, Ausgangspunkt Spindlerův Mlyn (TU)

Der Sonnenexzess am Montag hat mich mehr mitgenommen als gedacht. Außerdem wollte Kerstin nach den 21 Kilometern nicht gleich wieder Vollgas. Dazu hatten wir gesehen, dass es in Spindlerův Mlyn eine Bimmelbahn-Ortsrunde gibt, deren letzte Abfahrt wir uns um 16.45 Uhr gemerkt hatten. Also genug Zeit für eine kleine Runde entlang der Weißen Elbe und dann am schattigen Nordhang der Kozí hřbety entlang zurück. Kein Stress mit Bus oder Bustaxi.

Ganz so einfach war es in der Umsetzung allerdings nicht. Wobei reibungslos vielleicht das bessere Wort ist. Erst setzte sich Gudrun harm- und folgenlos auf den Hosenboden, dann ging es mir viel schlechter: Ohne Rucksack wäre ich bei meinem Ausrutscher am Elbufer mit dem Hinterkopf auf den Felsen aufgeschlagen und es gäbe wohl diesen Tourenbericht nicht mehr. So blieb es bei einer kleinen Schürfung am Unterarm, einer kleinen Zerrung im Schulterbereich und einem gebrochenen Lesebrillenetui. Zumindest hat es die Kamera schadlos überstanden.

Auf dem Weiterweg war ich dann sehr ungehorsam, weil uns doch unsere liebe Klassenleiterin mehr oder weniger verboten hatte, in den Ferien etwas für die Schule zu machen. Aber diese Bachmündung bei der Čertova strouha hat so viel besser für mein Videoprojekt gepasst, dass ich auch ein kurzes Video davon gemacht habe. Neben Fotos aus jedem Winkel wohlgemerkt. Ja, fotogen und videogen (gibt es das Wort schon?) ist dieses Tal der Weißen Elbe schon mit all seinen Wasserfällen und Bachschnellen. Und auch die Baude hat uns nicht enttäuscht. Weder in Originalgröße noch im Modell 1:200 oder so ähnlich.

Gegen Ende blieben Gudrun und Kerstin noch bei einem Aussichtspunkt sitzen, während ich zur Siesta ins Zimmer zurückging. Das erwies sich als Fehler, weil wir uns mit der letzten Abfahrtszeit vertan hatten. Der Zug startete bereits um 16 Uhr und wir kamen nicht mehr in den Genuss einer Rundfahrt. Wir hatten allerdings Plan B, der Vrchlabí hieß. Die Fotos davon und auch vom derzeit leeren Stausee unterhalb Spindlerův Mlyn werden aber gesondert auf Facebook veröffentlicht, weil die Strecke keinen eigenen Tourenbericht rechtfertigt. Damit ohne weiteres großes Gelaber zur Galerie.