Bergpoesie einer Bergpoetin

Oder ist Waldpoesie einer Waldpoetin zutreffender?

Damentour mit Hahn im Korb

Tour mit Gudrun, Kerstin, Ulli, Elfriede, Petronilla und Alois, T2, 17,57 km, 764 m Aufstieg, 432 m Abstieg, 8 3/4 h, Ausgangspunkt Hochstraße (CHA)

Vor einem Jahr sind ja etliche Leute bei der an die Öffnung des böhmischen Brunnens angeschlossene Čerchovüberschreitung munter davongerannt, was mich dazu bewog, die diesjährige Wiederholung als reine Damentour anzukündigen. Natürlich ließ es sich Ulli nicht nehmen, Alois einzuladen, womit wir am Ende einen Hahn im Korb dabei hatten. Wobei man dazusagen kann, das Alois erstens nie davonrennt und zweitens ebenfalls eine vernünftige Kamera hat und deswegen nicht motzt, wenn die Bilder nicht schon während der Runde auf Facebook sind.

Ein weiterer Unterschied zum letzten Jahr war der Endpunkt, nämlich Gibacht. Start war hingegen wie immer an der Hochstraße, wir sind ja bis zum böhmischen Brunnen mit der Further Delegation mitgegangen. Von den üblichen Verdächtigen war Bürgermeister Sandro Bauer mit dem Fahrrad hinaufgefahren und Karl Reitmeier sogar mit dem Auto. Aber sonst war es so wie immer, nur halt im Nebel statt bei AKW. An dieser Stelle herzlichen Dank an Karl für die persönliche Erwähnung in der Zeitung! Für mich gab es bei der Zeremonie ebenfalls ein Premiere: ich habe sie gefilmt.

Auf dem Weiterweg dominierte der Nebel, was die Zahl der Fotos stark reduzierte, sie aber vor allem am Hanasteig stimmungsvoller machte. Dass nach dem Čerchov dann Alois die Führung übernahm, war für mich ganz angenehm, so konnte ich doch ein bisserl fotografieren. Das tat ich wie im vorletzten Satz angedeutet bereits auf dem Hanasteig, aber da braucht es keine Führung. Oben auf dem Gipfel trennten wir uns, Gudrun und Kerstin gingen mit mir in die neue Schutzhütte, während die anderen bei Martina im Kiosk einkehrten. Mittlerweile ist mir auch klar, warum. Denn die Hütte wird vom Besitzer der Brauerei in Domažlice betrieben, und ich hatte ja in der dortigen Brauereiwirtschaft schon ein Negativerlebnis. Oben war es nicht viel anders. Tschechen bekamen zur Suppe zwei Scheiben Brot, Deutsche nicht, Tschechen bekamen zwei Hähnchenschnitzel, ich eins (wobei mir das gereicht hat), und Kerstins Svíčková war eine absolute Unverschämtheit. Da muss ich mich mal mit Bürgermeister Antoš unterhalten, immerhin ist die Stadt Domažlice Eigentümerin der Hütte. Bis dahin bleibt mir nichts anderes übrig, als zum Boykott der Hütte und auch der Brauereiwirtschaft aufzurufen. Denn nebenan bei Martina gibt es diese Unregelmäßigkeiten nicht und ihr Angebot ist zwar deutlich einfacher, aber genauso gut.

Am Ende brachte mich Ulli zum Auto, ich tankte in Folmava voll und stellte fest, dass es von Furth im Wald über Waldmünchen vielleicht 300 Meter weiter nach Schwandorf ist als über Cham. Also genehmigte ich mir noch mit Kerstin und Gudrun ein Abschlussdunkles bei Margot im Berggasthof Gibacht, was zwar absolut nichts mit der Bildergalerie zu tun hat, aber trotzdem heute die Überleitung bildet.