Bergpoesie einer Bergpoetin

Beim IVV-Wandertag gleich einmal einen Projektpunkt abgehakt

Tour im Rahmen des IVV-Wandertages, T1, 19,42 km, 519 hm, 5 h, Ausgangspunkt Oberviechtach (SAD)

Der IVV-Wandertag in Oberviechtach gehört aufgrund der ausgeschriebenen 21-Kilometer-Strecke zu meinen liebsten Veranstaltungen dieser Art. Aber es ist nicht nur die Länge, die ihn zum absoluten Pflichttermin macht. Denn im Gegensatz zu einigen anderen Wandervereinen bemühen sich die Oberviechtacher jedes Jahr um komplett neue Strecken. Da ist es auch verzeihlich, wenn die 21 Kilometer einmal nicht ganz erreicht werden.

Vor allem gilt das, wenn die Streckenführung im Vergleich zum Vorjahr um 100% schöner und angenehmer ist. Kein Militärgelände, ganz wenig Asphaltpassagen, selbst in der Stadt Oberviechtach war fast die Hälfte auf der geschotterten ehemaligen Bahntrasse. Einziger kleinerer Wermutstropfen war das Fehlen einer guten Einkehrgelegenheit unterwegs, wie sie im Vorjahr in der Taverne Lind gegeben war. Das bedeutete aber andererseits auch, dass ich am Ende nicht hetzen musste, sondern mir ganz gemütlich eine Brotzeit und eine Halbe Bier in der Mehrzweckhalle genehmigen konnte und trotzdem pünktlich zum Anpfiff beim Handballspiel in Nabburg eintrudelte.

Die Strecke sei an dieser Stelle nur kurz umrissen, denn ganz unten ist ja eine Übersichtskarte angefügt und der GPS-Track kann wie immer bei AllTrails heruntergeladen werden. Es ging von der Mehrzweckhalle hinunter zum ehemaligen Bahnhof und von dort hinaus Richtung Niedermurach und bald den Berg hinauf Richtung Obermurach. Auf halber Höhe folgte die erste Stempel- und Suppenstation, an der wir uns von den Kurzstreckengängern verabschiedeten. Die Absolventen der Zehn-Kilometer-Variante verließen mich dann am Ortseingang von Obermurach, hätte ich gewusst, dass die Strecke kürzer ist, hätte ich wohl der Ruine Haus Murach den Besuch abgestattet, der vor ein paar Wochen mangels Schlüssel nicht möglich war, denn es waren eindeutig Personen im Burggelände zu sehen. So blieb ich auf der langen Strecke, die auf dem Goldsteig über den Kätzlesberg führte. Dieser stand, wenn auch ohne besonders hohe Priorität, auf meiner To-do-Liste in der Open-Office-Datei und ist dort ab jetzt als erledigt markiert. Kurz vor dem höchsten Punkt kam mir eine junge Dame mit zwei Pferden entgegen und wollte von mir wissen, wo man denn hinkommt. Auf meine Auskunft hin drehte sie um und suchte nach einem anderen Weg dorthin, wo sie hinwollte, da ihr der Weg über Obermurach zu weit und zu asphaltlastig war. Sie sollte mir später noch zwei Mal begegnen. Irgendwann endet jeder Kamm und so war es auch dieses Mal, unsere Strecke verließ den Wald beim Hauserlohhof und führte über die Staatsstraße und durch noch mehr Wald hinunter ins Aschatal, wo in Hohenthal die zweite Stempelstelle eingerichtet war. Dort pausierte ich für die mitgebrachte Schinkensemmel (die obligatorischen Apfelvierterln verteilten sich wie immer über den ganzen Tag), bevor es auf der anderen Talseite hinauf nach Zengeröd und über Untereppenried hinauf zum Johannisberg ging. Dieser hat mit seinem Namenskollegen bei Freudenberg eigentlich nur die Existenz einer Wallfahrtskirche gemeinsam, wobei es da bereits einen gewaltigen Altersunterschied gibt. Auf diesem Wegabschnitt gab es ein hin und her in Sachen Überholen mit zwei älteren Herren aus Zirndorf, es blieb aber freundschaftlich. Die Strecke war speziell hier sehr abwechslungsreich, es war für jeden etwas geboten, sogar für die Freunde des gepflegten Gestrüppkampfes. Der Abstieg vom Johannisberg folgte erst einmal dem Kreuzweg, nach der Unterquerung der Ostmarkstraße bog die Strecke jedoch noch einmal ab und führte vorbei an Tressenried, um noch ein paar hundert Meter Länge zu gewinnen. Am Ende plätscherte die Wanderung wieder auf der Bahnstrecke aus, bevor sie durch eine kleine Auenlandschaft zurück zur Mehrzweckhalle führte. Dort bedankte ich mich bei den Organisatoren und verhalf wie bereits erwähnt den Wanderfreunden noch zu etwas Verpflegungsumsatz, bevor ich mich nach Nabburg aufmachte.

Tor zum Obelisk Typische Brückenfassade der Ostmarkstraße Sonnenüberfluteter Hang Teichterrassen Obermurach mit Burg Aussicht Richtung Teunz Teich mit Schilf Eichelstein Panorama Nordost Versuch einer Querungshilfe Hauserlohhof Im Dunst zeigen sich der Hohe Bogen und das Arbergebiet Der Knock ist da schon klarer zu erkennen Warberg Spargelfeld Dieterskirchen vor dem Kühberg Ausnahmsweise mal gelungene Knospen Aschatal Hohenthal Bienendorf Sonnenrefexion in der Ascha Streuobstwiese Zengeröd Feuerglockenturm Da bin ich vor ner Stunde drübergelaufen Auwiesen Zurück an der Ascha Konatsried Mischhain In vier Monaten wird hier wieder geerntet Annäherung an Johannisberg Der Signalbergkamm ohne Sichthindernisse Dahinter winkt der Čerchov Glückliche Hühner Wallfahrtskirche St. Johannes Rückkehr nach Oberviechtach Tressenried Steinbachau

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