Bergpoesie einer Bergpoetin

Oder ist Waldpoesie einer Waldpoetin zutreffender?

Lockere Auftaktrunde mit Aussichtsturm

Tour mit Gudrun und Kerstin, T2, 13,32 km, 639 hm, 5 3/4 h, Ausgangspunkt Herlíkovice (TU)

Im Dezember, bei der Čerchovrunde mit Karl Reitmeier, äußerte Gudrun den Wunsch, in diesem Jahr gemeinsam nach Spindlermühle zu fahren. Logischerweise fandich diese Idee gut und plante ihre Umsetzung für die Pfingstferien ein. Kerstin war ebenfalls interessiert und durfte deswegen auch mit. Nach intensiven Verhandlungen mit Mama Natur versprach sie mir ab Pfingstsamstag eine ganze Woche sonniges Wetter, so dass wir schon etwas früher eine Unterkunft buchen konnten. Bei der ursprünglich von Gudrun ausgesuchten ist keine Anreise am Samstag möglich, also entschieden wir uns für die superzentral gelegene Penzion U Komárků. Definitiv ein Volltreffer. Bei der Abfahrt kurz nach acht Uhr bat mich Gudrun dann, dass ich mich ab der ONO in Cheb ans Steuer ihres Corsa setzen solle, von mir aus. Warum dann nicht gleich mit meinem Auto fahren? Erstens habe ich mein „neues“ erst am Montag davor ausgewählt und Freitag um zehn Uhr abgeholt und ging beim Planungstreffen noch von Mutters Rutscherl aus, zweitens hat Gudrun eine Jahresvignette. Bis auf einen kleinen Stau am Prager Nordring waren wir gut unterwegs und kamen dadurch so wie von mir erhofft um 13 Uhr im etwa zehn Kilometer vor Spindlermühle gelegenen Herlíkovice an, wo die Eingehrunde starten sollte.

Die Runde selbst verlief etwas anders als vorgeplant, was daran lag, dass das von mir vorgesehene Restaurant Malina unerwartet geschlossen hatte. Der nächste Versuch war dann einen Kilometer weiter bei der Möhwaldova bouda, offiziell ebenfalls geschlossen, aber es war jemand da und wir bekamen Kaffee und Koláč. Nicht alltäglich. Oben am Aussichtsturm wäre das Restaurant geöffnet gewesen und wir hätten eine größere Speisekarte gehabt, aber wir sind halt auf Nummer sicher gegangen und hatten eine Dreiviertelstunde später noch keinen Hunger. Zumindest sind wir auf den Turm gestiegen und haben die Rundumsicht genossen, wobei es hinaus ins Flachland leider sehr diesig war. Richtung Osten konnten wir einen Fernmeldeturm erkennen, der dem auf dem Praděd sehr ähnelte, was uns erst einmal zwei Tage lang kräftig verwirrt hat. Ansonsten haben wir alle drei sehr viel fotografiert und fast noch mehr herumgeblödelt, ohne uns aber zu verlaufen. Wäre auch bei den gewohnt guten Markierungen und Mapy etwas schwierig gewesen. Nur mein neues Handy nervte mich gewaltig, weil es jedes Mal, wenn ich es in die Hosentasche steckte, nicht nur irgendwo auf Mapy herumgerutscht ist, sondern total willkürlich andere Apps öffnete. Nach einer Stunde hatte ich die Schnauze voll und es fortan ausgeschaltet. Der Tracker läuft sowieso im Hintergrund. Ich kann es ja bei Orientierungsbedarf immer wieder einschalten und der Akku hat es mir ebenfalls mit vier Tagen Laufzeit gedankt.

Die letzten zehn Kilometer ließ ich dann doch Gudrun fahren, wir kamen zwar etwas später als bei der Buchung angegeben in der Pension an, wurden aber trotzdem ganz liebevoll von der Inhaberin Lenka empfangen. Sie empfahl uns auch noch ein Restaurant fürs Abendessen, das sich als gut erwies, so dass wir gegen 22 Uhr satt in die Betten fielen und uns für den Pfingstsonntag ausruhten oder es zumindest versuchten. Das passt zwar überhaupt nicht zur Fotogalerie, muss aber als Überleitung herhalten.