Bergpoesie einer Bergpoetin

Gelegentlich kommt es völlig anders als man denkt

Tour mit Werner und Hans, T3-, 12,50 km, 413 hm, 4 1/2 h, Ausgangspunkt Sagwassersäge (FRG)

Die Überschrift dieses Berichts bezieht sich ausnahmsweise nicht nur auf die Tour, sondern beginnt eigentlich schon Anfang April. Deswegen ist die Struktur auch ein bisserl anders als sonst.

Ich hatte für den ersten AKW-Tag nach dem 15. Juli als große Nationalparktour bereits letztes Jahr geplant, von der Fredenbrücke durch das Teufelsloch zur Glasarche aufzusteigen, zur Blauen Säule hinüberzuqueren und auf dem Grenzsteig zum Rachel zu gehen. Die Rückkehr sollte über die Racheldiensthütte erfolgen, wo ich einkehren wollte.

Allerdings erfuhr ich im November, dass die Racheldiensthütte in diesem Jahr saniert wird und deswegen geschlossen bleibt. Das wäre kein Problem gewesen, weil erstens Christa sich als Sommertour den Rachel gewünscht hatte und zweitens die Runde auch umgedreht mit dem Lusen statt dem Rachel als Gipfel geht. Das hätte auch bedeutet, dass ich meine Pflichteinkehr bei Heinz im Lusenschutzhaus dabeigehabt hätte.

Dann kam der März und ich meldete mich für den Wanderführerlehrgang in Mittelfranken an. Dies hätte keine Rolle gespielt, wenn der Lehrgang auch stattgefunden hätte. Hat er aber nicht und als Ersatz wurde ein kurzfristig angesetzter Lehrgang in Waldhäuser angeboten. Genau, in Waldhäuser, am Lusen, womit klar war, dass mindestens eine der Praxiseinheiten auf den Lusen hinaufgehen würde. Also muss der Plattenhausriegel noch ein Jahr warten, aber nach Erhalt des Terminplans schien es mir möglich, eine andere Tour, die ich letztes Jahr nicht mehr durchführen konnte, zu versuchen. Ich wollte von der Sagwassersäge Richtung Lusen aufsteigen, im Talschluss des Sagwassertals aber rechts hinübergehen zum Tummelplatz, dabei eventuell einen Pfad hinauf zum Sulzriegel finden, eine kleine Schleife über die beiden Almeyerschlösser einbauen und dann über den nicht markierten und damit nur beschränkt begehbaren Hochwaldsteig zum Finsterauer Lusensteig hinüberqueren. Auf diesem war dann der Abstieg zum Freilichtmuseum Finsterau geplant, wo um 17 Uhr der Igelbus zurück zur Sagwassersäge auf mich warten sollte, der mir pünktliches Erscheinen bei der Begrüßung der Lehrgangsteilnehmer garantierte. So weit der Plan.

Die Realität sah so aus, dass ich planmäßig kurz nach neun Uhr in Neuschönau bei meiner Unterkunft für die zehn Lehrgangstage ankam, meine Gästekarte, die gleichzeitig als Ticket für den Igelbus gilt, bekam und kurz nach halb zehn an der Sagwassersäge losmarschieren konnte. Kurz vor dem Talschluss hörte ich aus Richtung Lusen Stimmen und traf direkt am Abzweig auf zwei Männer, die ebenfalls Richtung Tummelplatz unterwegs waren. Einer davon war bekannt: Werner war letztes Jahr ebenfalls bei der Präsentation des Lusenkalenders anwesend und erkannt mich gleich wieder. der vermutete Pfad hinauf Richtung Sulzriegel erwies sich als total verwachsene Schneise und absolut unbegehbar, so dass wir zu dritt zum Tummelplatz weitergingen und dort erst einmal Brotzeit machten. Dabei schlugen mir Werner und Hans vor, mit ihnen mitzugehen, weil sie dachten, dass mein geplanter Weiterweg etwas zu heftig für den Zeitrahmen wäre. Vielleicht haben sie auch einer Frau nicht die Kondition für 22 Kilometer zugetraut, ist aber relativ egal. Jedenfalls bin ich mit ihnen mitgegangen, und zwar nur aufs Kleinalmeyerschloss, weil die beiden nichts von dem Pfad auf der Rückseite des größeren Felsens wussten, der an genau der Stelle, an der er auf meinem Garmin angezeigt wurde, von rechts auf unseren Weg herunterkam. Die Folge der ganzen Aktion war letztendlich, dass wir bereits um halb zwei wieder am Auto waren. Lust auf die Kanzeln hatte ich auch nicht mehr, also fuhren wir gemeinsam zum Nationalparkzentrum und genehmigten uns dort zwei oder drei Bierchen (die Herren mehr als ich, denn sie waren ja mit dem Igelbus unterwegs). Durch die viele Ratscherei habe ich auch die Kamera total vernachlässigt, was sich in einer exorbitant geringen Zahl von Fotos ausdrückt. Ich bin aber nicht traurig über den Verlauf, denn es war richtig nett und lustig, mit den beiden durch den Nationalpark zu geistern. Sie haben mir auch gleich noch eine Anregung für eine kleinen Alternativweg zwischen Sagwassertal und Waldhausreibe gegeben, den ich sicher noch ausprobieren werde, vielleicht sogar noch in diesem Jahr.

Herrliches Lichtspiel an der Sagwasserbrücke Kanalabzweig für das noch bestehende Sägewerk Seitenbach Gedenkkreuz für einen armen Schlucker Sagwasserreflexion Sagwasserklause ohne Nässe von oben Frisch saniert Tummelplatzbewohner Verwachsene Aussicht kurz vor dem Kleinalmeyerschloß Steinberg mit den beiden Kanzeln Durchschlag Jetzt ist das Geißkopfgebiet etwas besser zu erkennen Großalmeyerschloß Der Grund für den Namen Marienburg Durchblick ins Wenig Ablauf mit Datum Seebach

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