Bergpoesie einer Bergpoetin

Die Wandersaison ist offiziell eröffnet

Tour mit dem BWV Furth im Wald, T1, 11,81 km, 382 hm, 5 3/4 h, Ausgangspunkt Schafberg (CHA)

Bei meinem Besuch auf dem Čerchov im Oktober kam ich ja an der böhmischen Quelle, auch Česká studánka genannt, vorbei. Als ich nach ein paar Informationen dazu suchte, fand ich unter anderem, dass sie jedes Jahr im Frühling geöffnet und im Herbst wieder geschlossen wird. Durchgeführt werden diese beiden Veranstaltungen vom Touristik-Klub Domažlice gemeinsam mit dem BWV Furth im Wald, auch die beiden Bürgermeister sowie höhere Honoratioren aus der tschechischen Politik sind anwesend. Natürlich interessiert mich sowas, also fuhr ich zur diesjährigen Öffnung hin.

Ich traf mich also mit den Furthern an ihrem Bahnhof und nahm noch zwei Damen mit zum Ausgangspunkt am Fußgängergrenzübergang Hochstraße mit. Von dort aus folgten wir der Führung von Ulli Kolbeck und den böhmischen Markierungen und erreichten in knapp 90 Minuten unser Ziel. Dort waren bereits 200 Gäste aus Tschechien anwesend, dazu eine Blaskapelle, ein Männerchor und ein paar Ehrengäste. Nach etlichen Reden, die von einem Dolmetscher übersetzt wurden, so dass wir deutschen Gäste auch etwas verstanden, schritten die beiden Bürgermeister zur Tat, wühlten mit zwei Keramikschlüsseln in der Quellfassung herum und füllten zwei hübsche Becher mit Quellwasser, um es sofort zu trinken. Damit war die Česká studánka und gleichbedeutend die Wandersaison für 2016 eröffnet. Was ich nicht ganz nachvollziehen konnte, war der doch etwas respektlose Geschwätzpegel vieler deutscher Gäste während der Zeremonie, immerhin hatten die Worte aller Redner jede Menge mit der Sache zu tun und waren keine sonst so häufigen Politikerplappereien. Die meisten Teilnehmer gingen anschließend den kurzen Weg zur Zelená chýše, die im Gegensatz zum Herbst heute geöffnet war, zu einer kurzen Einkehr mit pivo und einer sehr guten gegrillten Bockwurst. Andere bestiegen gleich den Čerchov, aber für den habe ich in diesem Jahr andere Pläne. Nach einer halben Stunde führte uns Ulli auf dem kürzesten, nicht immer markierten und teilweise abenteuerlichen Weg hinunter nach Dolní Folmava zur Haupteinkehr beim Müllner, wo wir Deutschen unter uns waren. Im Herbst bei der Schließung gehen auch die Further nach Chodov zur Einkehr, die Tschechen tun dies beide Male. Dort genehmigte ich mir ein Dunkles und ein Szegediner Gulasch, das wie in Böhmen gewohnt exzellent schmeckte. Bald war auch hier Feierabend und wir kehrten auf einem weiteren Schleichweg zurück zur Grenze und zu den Autos. Gleich unterhalb der Wirtschaft tat mir dann ein wunderschöner Boxer richtig Leid: Er lebt im verkommensten Haus von ganz Folmava und wurde, als er mich durch den Zaun etwas begrüßen und für ein Foto posieren wollte, vom Frauchen ziemlich grob weggezerrt. Die Dame schrie mich dabei an, dass ich von ihrem Hund kein Foto machen dürfe. Ganz ehrlich, ein Hund und speziell ein Boxer hat bessere Verhältnisse verdient!

Bevor ich mich auf den Weg zurück nach Hause machte, besuchte ich noch den Travel Free Shop hinter der Grenze für mehr Kaffee für die Herrschaften und die Tankstelle in Havlovice, wo ich wieder einmal 14 Cent pro Liter im Vergleich zu Schwandorf sparen konnte.

Morgenstimmung zwischen Dieberg und Hohem Bogen Folmava Gibachtgebiet Kunstwerk am Wegrand Kreuz und quer Utensilien Dunst Richtung Bayerwald Viel Betrieb bei der Zelená chýše Lecker Schlüsselblumen Guten Appetit! Altertümlicher Kartoffelernter Nett hergerichtet Familienidylle

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