Bergpoesie einer Bergpoetin

Oder ist Waldpoesie einer Waldpoetin zutreffender?

Ausklang mit Kult

Tour mit Gudrun und Kerstin, T2, 10,47 km, 470 hm, 6 3/4 h, Ausgangspunkt Ryžoviště (JN)

Alles hat ein Ende. Auch unser Urlaub im Riesengebirge. Aber natürlich sind wir am Abreisetag noch eine kleine Runde gegangen, sonst hätten wir den Tag ja verschenkt. Da beide ursprünglich als Abschlussrunden geplanten Touren nicht mehr in Frage kamen, plante ich auf dem Handy eine Runde in Harrachov, die in vier Stunden plus Einkehrschwung machbar sein müsste. Müsste. Ja wenn da nicht neben dem Mummelfall noch ein Objekt auf dem Weg gewesen wäre, das ganz besondere Aufmerksamkeit verdient hatte. Und damit wären wir beim Kult im Titel. Gudrun ist Skisprungfan, was wir ja bereits letztes Jahr in Oberwiesenthal festgestellt haben, und in Harrachov steht eine der fünf größten Schanzen der Welt. Zwar nicht mehr betriebsbereit, aber das machte die ganze Sache noch interessanter und zeitverdienender. Ja, ich habe eine ganze Minute lang nach einem positiven Wort gesucht. Kerstin zeigte sich ganz nebenbei auch nicht gerade uninteressiert und hat das eine oder andere Bauwerk sogar bestiegen.

Der Rest der Runde ist auch hübsch. Sonst wären es weniger Fotos und Videos geworden. Gerade am Mummelfall, auf den vor allem Kerstin bestanden hatte, gibt es jede Menge Detailperspektiven und Videooptionen. Bei einer dieser wäre ich fast ausgerastet, weil ein deutscher Fratz, vielleicht zwölf Jahre, mir zwei mal durchs Video rannte und zu seinen Eltern gestikulierte. Diese hätten eigentlich erkennen, dass ich nicht fotografiere, sondern filme und ihren Unzögling zurückrufen müssen, taten sie aber nicht. Am Liebsten hätte ich an diesen Deppen mein tschechisches Beleidigungsrepertoire wieder aufgefrischt, aber dafür hätte ich den Dreh unterbrechen müssen. Und das waren mir diese Blbce doch nicht wert. Ich hoffe, dass ich das richtig geschrieben habe. Wieder mal zu faul, ChatGPT zu fragen.

Auch oben am Gipfel der Certová hora ist tolle Aussicht, vor allem ins Isergebirge. Da habe ich schon mal das eine oder andere Wanderziel ins Auge gefasst. Denn wir werden sicher wiederkommen. Nicht nur zu Lenka, sondern eventuell auch an andere Stützpunkte für andere Touren. Der Planungsordner auf mapy hat jedenfalls schon genug Einträge für vier verlängerte Urlaubswochenenden. Und da ist noch nix dabei, was auf der polnischen Seite startet. Denn die hat auch noch jede Menge Potenzial.

Jedenfalls war es kurz vor fünf, als wir in Harrachov oder genauer gesagt Ryžoviště losdüsten und damit zwei Stunden später als geplant. War aber egal. Die Rückfahrt war entspannt und bis auf einen kleinen Verfahrer in Praha, den ich nach 40 Metern merkte und nach 200 Metern korrigierte, total ereignislos. Wir waren kurz nach halb zehn wieder bei Gudrun, wo ich mein „neues“ Auto gleich noch einmal zurück nach Cheb zur ONO fuhr und dort volltankte. So wurde es knapp vor Mitternacht, bis ich wieder daheim ankam und von Karlie recht müde begrüßt wurde. Ist halt doch schon ein sehr alter Bub. Das dicke Ende kam am nächsten Morgen, als ich insgesamt fast 2000 Fotos und Videos auf meinen Rechner übertragen durfte. Diese Info steht aber nur hier, weil mir sonst keine Überleitung zur Galerie eingefallen ist.