Bergpoesie einer Bergpoetin

Oder ist Waldpoesie einer Waldpoetin zutreffender?

Der Rehbock von Graßlfing

Tour solo, T2, 13,48 km, 398 hm, 4 1/2 h, Ausgangspunkt Unterirading (R)

Eigentlich wollte ich am Gründonnerstag nur eine Aufwärmtour nach Feierabend gehen. Jetzt erwartet ihr wahrscheinlich den Satz „Aber es kam völlig anders.“. Der kommt aber nicht, weil ich bis auf eine kleine Erweiterung komplett der Planung folgte. Auch die Fotomotive waren nicht unerwartet. Zumindest fast. Wobei…

Ganz neu ist es ja auch nicht, dass ich ein Reh erwische. Wenn es mich nicht sieht, bleibt es sogar für mehr als ein Foto stehen. So wie zum Beispiel letztes Jahr im Hirschwald. Aber dass mich ein Rehbock anschaut und mustert und dann nicht als Bedrohung einordnet, habe ich noch nicht erlebt. Warum das so war, weiß ich nicht. Vielleicht lag es daran, dass zwischen uns beiden eine Buschreihe war, die man auf dem Foto auch sieht, vielleicht war der Bock auch krank oder auf Drogen oder was weiß ich was. Er ist jedenfalls noch stehengeblieben, auch als ich in 20 Metern Entfernung an ihm vorbeigegangen war.

Zum Rest der Runde bleiben noch ein paar Gedanken. Einen Teil davon bin ich ja schon vor ein paar Jahren bei der Erkundung für eine Ausgabe von Wälle und Wege gegangen, die dann nicht genügend Anmeldungen bekam. Vom Rest hatte ich zumindest von der Orientierung her eine gewisse Vorstellung, und auch das Donautal um Matting habe ich zumindest schon aus dem Auto gesehen. Zu Fuß und mit der Lumix ist es aber schon noch einmal etwas anderes. Die Aussichtspunkte oberhalb von Oberndorf sind alle leicht zugewachsen und nicht mehr so spektakulär. Nur am westlich der Ludwig-Hanisch-Hütte am Jurasteig gelegenen sind die Bäume so markant knorrig, dass sie selbst wieder lohnende Objekte sind. Für Panoramen waren die Lichtverhältnisse sowieso nicht ideal, wenn auch besser als an den folgenden Tagen.

Zur Einkehr in der Walba  möchte ich ebenfalls ein paar Gedanken loswerden. Die Preise sind auf Regensburger Niveau, was zu erwarten war. Das Lokal war trotzdem gut voll, vor allem für einen Wochentag außerhalb der Radlsaison. Einige saßen sogar bei knapp zweistelligen Temperaturen im Biergarten. Die warmen Käsekrainer auf Kraut waren sehr gut, das Brot frisch und das Dunkle von der Spitalbrauerei, die von vielen als die beste in Regensburg bezeichnet wird. Da widerspreche ich mal nicht, weil diese Bewertungen ja extremst subjektiv sind. Ich werde mir aber demnächst ein Kiste aufs Zimmer holen, obwohl es nicht ganz einfach ist, eine zu bekommen. Irgendwann werde ich schon einen unfotogenen freien Nachmittag erwischen und an diesem statt zu wandern nach Stadtamhof hineinfahren und den Brauereiladen besuchen.

Jetzt habe ich ausgerechnet im letzten Abschnitt keinen Bezug zu den Fotos gehabt und muss mir eine Überleitung einfallen lassen. Oder ich spare mir sie und hänge einfach die Galerie hinter diesen Satz, was ich hiermit mache.