Bergpoesie einer Bergpoetin

Coco ist ja doch noch einigermaßen bergtauglich

Tour mit Coco, T3, 4 km, 300 hm, 3 h, Ausgangspunkt Königstein (AS)

Der AKW-Sonntag musste genutzt werden. Da ich derzeit für den Haushalt verantwortlich bin, ging sich nur eine Nachmittagstour aus, so dass die Wahl auf den lange anvisierten Ossinger bei Königstein fiel. Da die Tour auch unter Einbeziehung des benachbarten Sutzerberges sehr kurz aussah, durfte Coco wieder mal mit. Leider ist mir bei der Vorbereitung der Kamera ein Fehler unterlaufen, so dass die ersten 21 Fotos mit ISO 1600 aufgenommen wurden und ich prompt fast alle aussortieren durfte.

Als wir in Königstein ankamen, war der Parkplatz am Schwimmbad total überfüllt und auch die ausgewiesenen Grasflächen gut belegt. Ich befürchtete schon das Schlimmste in Sachen Betrieb auf dem Weg, aber die Leute wollten alle zu einer lokalen Handwerksausstellung, so dass es erträglich ruhig war. Lediglich der Aussichtsturm und die Hütte waren gut besucht, wir haben aber trotzdem auf der Hüttenterrasse einen Platz für ein Kellerbier gefunden.

Vom Parkplatz gingen wir an der Absperrung vorbei über die Wiese bergauf und folgten dem Wanderweg 16 über ein paar Treppen, bevor er am Waldrand nach links abbog und sanft ansteigend Richtung Süden weiterging. Nach wenigen Minuten erreichten wir den Sattel des Bocksbühl, dessen höchster Felsen etwa 15 Meter links des Weges liegt und auch leicht erreichbar ist. Anschließend biegt der Weg nach Westen ab und geht hinab in eine Senke, in der uns eine junge Dame mit ebenso junger Hündin entgegenkam. Menschen und Hündinnen hatten jeweils eine kurze, nette Unterhaltung, was Coco mit Luna besprochen hat, wollte sie mir aber nicht verraten. Nach etwas auf und ab gabelte sich der Weg, die Beschilderung führte durch den Wald, etwas rechts davon über die Wiese wären wir auch zum nächsten Kreuzungspunkt gekommen. An diesem ist neben einem mit allerlei Pflanzen bestückten Steinbeet ein Infopavillion zum Botaniklehrpfad. Der direkte Weg zum Ossinger führt hier nach rechts, vor uns baut sich der Sutzerberg aus, auf den kein Weg hinaufführt, dessen mindestens fünf Felsriegel jedoch sehr interessant aussahen. Ich schaute Coco kurz in die Augen und bekam die Bestätigung, dass sie sich die geschätzten 50 Höhenmeter über den etwas steileren Waldboden noch zutraute. Hier bemerkte ich dann auch das Problem mit der Kamera, stellte um und konnte ab diesem Zeitpunkt wieder vernünftig fotografieren. Der Aufstieg war ohne Stöcke für mich nicht ganz mühelos, aber sehr lohnend. Die meisten Felsriegel sind nicht ohne kleine Klettereinlagen machbar, auf die ich wegen Coco verzichtete, aber der höchste Punkt ist relativ leicht ersteigbar, wenn man mit geschlossener Laubdecke keine Probleme hat. Bei Nässe vielleicht etwas schwieriger. Das Schönste an der Sache war aber, mit welcher Wonne mir Coco hinterhersprang, die Gams in ihr existiert also doch noch! Zur Belohnung gab es auf dem Gipfel eine Schüssel voll Wasser, die sie genussvoll ausschlabberte. Hinunter gingen wir dann Richtung Süden, bevor wir am Fuße des Felsen wieder nach Westen abbogen, um den Weg hinüber zum Ossinger zu finden. Dies erwies sich dann als ziemlich einfache Übung, eine Harvesterspur führt hinunter zu einer Kreuzung von Wanderwegen, die wir geradeaus überquerten. Nach wenigen Metern ist ein Wiese zu überqueren, ehe der Pfad doch ordentlich steil den Ossinger hochgeht. Eine Abzweigung lassen wir rechts liegen, bei der nächsten nach einem Nebengipfelfelsen geht es links hinauf zur Hütte knapp unter und dem Aussichtsturm auf dem Hauptgipfel. Dieser Abschnitt ist für die Touristen mit Stufen und einem talseitigen Geländer entschärft. Der kurze Weg von der Hütte zum Turm ist sogar geschottert. Am Turm angekommen, bewies Coco ihre Zickenqualitäten: Die erste Treppenstufe ist ein Gitterrost, und obwohl der Rest aus Holzplatten besteht, weigerte sie sich, mit hinaufzugehen. Also blieb mir nichts anderes übrig, als sie abseits des Zugangs anzuhängen und der Turm alleine zu besteigen. Irgwendwie war es sogar gut so, denn es gibt oben keine Aussichtsplattform. Der Treppengang endet auf einmal blind, denn in der Turmmitte sind scheinbar einige Kabelstränge, die mit der auf dem Dach installierten Antennenanlage verbunden sind. Dementsprechend eng geht es zu und ich beschränkte mich auf ein oder zwei Fotos in jede Richtung und stieg wieder ab. Coco hatte es sich inzwischen bequem gemacht, war aber scheinbar doch etwas beleidigt, denn die sonstige Begrüßungsorgie fiel aus. Nach der bereits erwähnten Kellerhalben stiegen wir bis zur beim Aufstieg rechts liegengelassenen Abzweigung ab und folgten dort dem etwas direkteren Weg hinunter Richtung Königstein. Dieser ist im Wald nicht immer gut erkennbar, aber sehr gut markiert. Unten hat man an einigen Abzweigungen diverse Auswahlmöglichkeiten, die in den Bildern erklärt werden. Am Ende traversierten wir wieder weglos die Nordseite des Bocksbühls, bis wir zum unteren Teil des Aufstiegswegs zurückkamen, wo Coco noch ein Mal ganz lieb zu zwei entgegenkommenden Spaziergängerinnen war, und waren in drei Minuten zurück am Auto.

Nicht ganz begehbar Botaniklehrelement Was eine zu hohe ISO ausmacht...mal sehen ob wir da hinaufkommen Durchkriechfelsen Schlafender Drache Kobolddorf Aufstieg zum höchsten Punkt Anstrengend aber schööööööööööööööööön Diese Formation wäre eine nähere Begutachtung wert Coco zeigt mir den Weg Da wollen wir noch hinauf So schön, dass sich sogar die Sonne auf ihr niederlässt Königstein Im Südosten erkennt man Sulzbach-Rosenberg Noch eine Burgruine? Westlich erhebt sich der Schelmbachstein Man ahnt gar nicht, wie interessant es unter dem Tarnmantel Wald aussieht Die Gipfel des Tages im Rückblick Junges und altes Holz

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